Das Foto zeigt  links und rechts außen: Vertreter der Stadt Nordhorn.

 In der Mitte (von li nach re): Walter Oppel, Astrid Horstkamp und Christoph Gerdes von der Kreisgruppe des BUND.

 

Kreisgruppe des BUND erhält Artenschutzpreis der Stadt Nordhorn

Vor einigen Tagen fand im Nordhorner Rathaus die feierliche Preisverleihung des Nordhorner Artenschutzpreises 2023 statt. In vier Kategorien wurden insgesamt 15.000 Euro an engagierte Einzelpersonen, Vereine, Schulen und Unternehmen vergeben, die sich in herausragender Weise für den Schutz der Artenvielfalt in Nordhorn einsetzen.

Ein Preis ging an die BUND Kreisgruppe Grafschaft Bentheim. Sie wurde für drei herausragende Kooperationsprojekte ausgezeichnet.

 

Kooperation mit dem Evangelischen Gymnasium Nordhorn (EGN)

Der Klukkerthafen auf dem denkmalgeschützten ehemaligen NINO-Textilgelände, der seit Jahren aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden und von Vandalismus betroffen war, wurde im Rahmen des Schulprojekts „Klukkerthafen – Nachhaltig Natur erLEBEN“ des Evangelischen Gymnasium Nordhorns neugestaltet. Die Kreisgruppe des BUND trat dabei als Kooperationspartner des EGN auf:

So baute man unter der Anleitung des BUND mit Schülerinnen und Schülern von der fünften Klasse bis zur Oberstufe Nisthilfen für unterschiedliche Höhlenbrüter. Die entsprechenden Bausätze waren vom BUND angefertigt und zusammengestellt worden.

 Ein Teil der Nisthilfen und vom BUND gefertigte Fledermaussommerquartiere wurden im „Grünen Klassenzimmer“ am Klukkerthafen im umzäunten Gelände der Nordhorner Versorgungsbetriebe an geeigneten Stellen angebracht.

Zur Gestaltung des Gesamtareals hatten Schülerinnen und Schüler dem BUND einige eigene Ideen zukommen lassen, die der vor Ort vorgefundenen Situation angepasst wurden.

Während mehrerer Projekttage wurden die Planungen dann verwirklicht: Die Schülerinnen und Schüler pflanzten eine Hecke, die in ihrer Blüte einen Lebensraum für Insekten und Vögel bieten soll. Aus regionalem Sandstein schichteten sie Lesesteinhaufen und auch eine Trockensteinmauer als ökologisch wertvolle Begrenzung zu den öffentlichen Wegen und als Lebensraum für Reptilien, Amphibien und Insekten auf.

 

Ferienpassaktionen: Bau von Nisthilfen für Höhlenbrüter

Seit über 25 Jahren beteiligt sich die Kreisgruppe des BUND an der Ferienpassaktion der Stadt Nordhorn.

Auch im vergangenen Jahr hatten sich 15 interessierte Mädchen und Jungen im Tierpark Nordhorn eingefunden, um unter der Leitung von Mitgliedern des BUND im Rahmen der Ferienpassaktion Nisthilfen für Höhlenbrüter zu bauen. Der BUND hatte im Vorfeld die Bausätze vorbereitet, die nun von den Ferienpassinhabern unter fachkundiger Anleitung zu Nistkästen für Meisen und andere Höhlenbrüter verarbeitet wurden.

Höhlenbrütende Vogelarten wie Blau- und Kohlmeisen, Kleiber, Gartenrotschwanz, Baumläufer, Star und Sperling haben es in unseren Städten und Gärten schwer, natürliche Nistgelegenheiten zu finden.  Wirtschaftlichem Denken und übertriebenem Ordnungssinn des Menschen ist es zuzuschreiben, dass viele alte Bäume mit natürlichen Nisthöhlen aus Gärten und Parks entfernt, hohle Kopfweiden und Streuobstwiesen fast völlig verschwunden sind.

Den Höhlenbrütern können künstliche Nisthöhlen helfen, in denen die Jungvögel aufwachsen können. Zudem leisten diese Vogelarten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Schädlingsbekämpfung im eigenen Garten.

Nach einem kurzen Spaziergang im Tierpark traf man sich am Info-Stand des BUND, wo Nisthilfen für unterschiedliche Vogelarten ausgestellt sind, die man mit etwas handwerklichem Geschick und ohne großen finanziellen Aufwand selbst bauen kann.

Dann war es soweit: Eifrig fügten die Mädchen und Jungen aus stabilen vorgefertigten Holzteilen mit Nägeln und Schrauben die Nisthilfen zusammen und deckten die Kästen zum Schluss mit einer wasserfesten Folie ab, die später die brütenden Vögel vor Feuchtigkeit schützen soll.

Nachdem die Nisthilfen fertiggestellt waren, erhielten die Kinder von den Mitarbeitern des BUND weitere Informationen über die heimische Vogelwelt sowie Tipps zum Aufhängen und zur Pflege ihrer „Meisenwohnungen“, die sie stolz nach Hause trugen.

Auch die Frage, was zu beachten ist, wenn die Nisthilfen von Hornissen, Wespen oder Hummeln besiedelt werden, wurde ausführlich mit den Kindern besprochen.

Wer einen Nistkasten im Garten oder auf dem Balkon aufhängt, wird in der Regel schnell mit einem Erfolgserlebnis belohnt. „Einen Vogel beim Nestbau oder bei der Fütterung seiner Jungen zu beobachten, ist gerade für junge Menschen ein wahres Naturschauspiel, das viele begeistert“, so der BUND.

 

BUND und Nordhorn nachhaltig retten Erdkröten

Im zeitigen Frühjahr errichtete der Verein Nordhorn nachhaltig in Kooperation mit der Kreisgruppe des BUND und freiwilligen Helfer einen Krötenschutzzaun am Waldrand der Losser Straße/ Einmündung Euregio Straße in Nordhorn. Für den circa eineinhalbstündigen Aufbau fanden sich 20 Freiwillige. Entlang des Zaunes wurden waldseitig Eimer eingegraben. Wenn sich die Kröten abends und nachts auf den Weg von ihrem Winterquartier zu ihrem angestammten Laichgewässer machten, liefen sie am Zaun entlang und fielen dann in die Eimer. Am nächsten Morgen wurden die Kröten dann in den frühen Stunden aus den Eimern geholt, gezählt und mithilfe eines mitgebrachten Eimers sicher über die Straße zum nahegelegenen Frensdorfer See transportiert, den die Erdkröten als Laichgewässer nutzten. Insgesamt wurden im Frühling 2023 ca. 2000 Erdkröten in den Eimern gefangen und in das Gewässer entlassen.

 

Das Preisgeld von 1250,00 € soll für weitere Artenschutzprojekte verwendet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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