BUND FÜR UMWELT UND NATURSCHUTZ DEUTSCHLAND (BUND) Landesverband Niedersachsen e.V. – Kreisgruppe Grafschaft Bentheim

Mitgliederversammlung M 47 am 12. März 2018

 

 

 

 

Gliederung:

 

 

 

1.   Arbeit des Vorstandes      

 

 

 

2.   Aktivitäten in unterschiedlichen Arbeitsbereichen

 

 

 

a) Vechte Living Vecht/Dinkel: Rust en drukte in het Vechtdal

 

b) Tierpark Nordhorn

 

c)  Südumgehung Emlichheim

 

d)  Das Projekt A-Nord von AMPRION

 

e)  Umbau des Dinkelwehres „War“ zur Sohlgleite

 

f)  Nordhorn-Almelo-Kanal in Nordhorn

 

g)  Geplantes Festival in Bad Bentheim

 

h)  Fertigstellung der künstlichen Uferschwalbenwand in Schüttorf

 

i)  Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

 

j)  Splitter

 

k) Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

3.   Stellungnahmen aufgrund § 29 BNatGes. 

 

 

 

4.   Mitgliederbewegung und Mitarbeit der Mitglieder

 

 

5.   Ausblick

 

 

 

 

 

1. Arbeit des Vorstandes

 

Der im vergangenen Jahr gewählte Vorstand der BUND-Kreisgruppe hat im Berichtszeitraum März 2017 bis heute 11 ordentliche Treffen durchgeführt, zu denen stets die Mitglieder des Beirates geladen wurden.

 

Es fanden zahlreiche Besprechungen mit Vertretern anderer Naturschutzverbände, Behörden, Ämtern des Landkreises sowie dem Tierpark Nordhorn statt.

 

Die Kontakte zu anderen Natur- und Umweltschutzorganisationen, gerade in den Niederlanden, zu denen bereits in den vergangenen Jahren gute Verbindungen bestanden, wurden in Bezug auf Themen wie Artenschutz, Tourismus, Vechte und Management extensiver Grünlandflächen, z.B. an der Vechte, intensiviert.

 

Schwerpunkte der Arbeit des BUND waren unterschiedliche Bereiche des Natur- und Umweltschutzes, auf die beispielhaft im Verlauf dieses Berichtes eingegangen werden soll. Dabei sind einige Bereiche inhaltlich miteinander verbunden.

 

 

a) Vechte Living Vecht/Dinkel: Rust en drukte in het Vechtdal

 

Am 31.03.2017 nahm der BUND an einer Veranstaltung der Euregio in Almelo teil, in der es um das Interreg-V-Projekt „Living Vecht-Dinkel“ ging. Insgesamt wurden 11 dt/nl Teilprojekte vorgestellt, von denen eines von der Naturschutzstiftung und der UNB bearbeitet wird. Bis 2020 fließen ca. 2,48 Millionen Euro in dieses grenzüberschreitende Projekt, das von der EU finanziert wird. Unter dem Namen „Living Vecht-Dinkel“ haben sich die Partner Overijssel, NRW und Nds. zusammengeschlossen.

 

Im Mai 2017 nahm der BUND an der offiziellen Eröffnungsveranstaltung des Interreg-IV Projektes „Living Vecht / Dinkel“ in Gramsbergen teil. Das deutsch-niederländische Projekt soll in den nächsten vier Jahren den Hochwasserschutz, die wirtschaftliche Entwicklung, die Renaturierung und touristische Potenziale rund um Dinkel und Vechte stärken.

 

Es geht um einen gemeinsamen Hochwasserschutz, die regionale Wirtschaftsentwicklung und den Umweltschutz im Vechte-Dinkel-System. Die Ziele sollen durch die Umsetzung der elf Projekte erreicht werden. Wichtig für uns ist, dass nun offiziell das niederländische Konzept „Rust en drukte in het Vechtdal“ auf die Vechte und ihre Aue in der Grafschaft Bentheim übertragen wird. Vertreter des BUND führten anschließend ein erstes internes Gespräch über den Start des Interreg-Projektes „Rust en Drukte in het Vechtdal“ im Grafschafter Teil der Vechte mit Vertretern der UNB sowie der Naturschutzstiftung.

 

Man hielt es für sinnvoll, Vertreter der Landwirtschaft, des Unterhaltungsverbandes 114 Vechte, des NLWKN, des Tourismus sowie der Kommunen an der Vechte im Vorfeld über den Inhalt und den Start des Projektes zu informieren, auch um die Basis zu einer allgemeinen Akzeptanz des Projektes zu schaffen.

 

Im August 2017 fand in Hardenberg/NL ein Projekttreffen zu statt, auf dem Mitarbeiter der Naturschutzstiftung, der UNB, die niederländischen Projektpartner sowie des BUND den weiteren Weg zur Realisierung des „Rust-en-drukte“-Konzeptes auf deutscher Seite diskutierten und festlegten: Ziel des Projektes soll es sein, bis 2019 ein Rahmenkonzept zum Thema Ruhe und Betriebsamkeit im Vechtetal im Landkreis Grafschaft Bentheim zu erstellen. Es gibt bereits eine Vielzahl fachlicher Planungen im Bereich Naturschutz, Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Tourismus im Überschwemmungsbereich der Vechte, z. B. die Maßnahmenplanung für Vechte und Dinkel des NLWKN. Die bisherigen Planungen müssen nun als fachliche und sachliche Basis für weitere Diskussionen um zukünftige Räume für „Ruhe und Betriebsamkeit“ zusammengeführt werden. Damit soll ein Büro beauftragt werden, da diese Arbeit die personellen Ressourcen der Naturschutzstiftung und des BUND übersteigt. Aufgrund der erarbeiteten Basis und den Ergebnissen soll das Büro das eigentliche Konzept entwickeln. Dabei soll auch immer wieder auf die Erfahrungen der niederländischen Projektpartner zurückgegriffen werden.

 

In die Erarbeitung des Konzeptes sollen regionale Partner, also die Anliegerkommunen der Vechte sowie Vertreter der Land- und Wasserwirtschaft sowie des Tourismus, von Anfang an mit einbezogen werden, um eine breitere Akzeptanz zu erreichen. Es wird nicht erwartet, dass das Konzept politisch verbindlich wird, es soll aber als anerkannte und fachlich fundierte Empfehlung für konkrete Maßnahmen verstanden werden.

 

Als Aufhänger für das Projekt soll der Erfahrung der Projektpartner nach die Wassersicherheit gewählt werden, also der zukünftige Schutz vor Hochwasser und Trockenheit. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer „Flächennutzungsplanung“ speziell für das Überschwemmungsgebiet, die Chancen für Entwicklungen in den Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft und Tourismus bietet.

 

Im September fand dann die offizielle Vorstellung des Interreg-Projektes LIVING VECHT DINKEL in Nordhorn statt, zu der Vertreter der Kommunen, der Landwirtschaft und des Tourismus geladen waren. Der Koordinator für das Gesamtprojekt stellte dieses vor: Die Zukunft bringt neue Herausforderungen bspw. durch Klimawandel und Hochwasserschutz. Es ergeben sich neue wirtschaftliche Chancen an Vechte und Dinkel durch eine gute Verknüpfung von Wirtschaft, Naturschutz und Tourismus. Dieses Projekt bietet die Möglichkeit, grenzüberschreitend ein Konzept zu schaffen, das in den nächsten Jahren, evtl. sogar Jahrzehnten, die verschiedenen Interessen im Gebiet des Vechtetals und der Dinkel in Einklang bringen kann.

 

Deutsche und Niederländer haben in Laar an der deutsch-niederländischen Grenze gemeinsam ein erstes Projekt verwirklicht, das Teil der grenzüberschreitenden Strategie „Living – Vecht – Dinkel“ ist. Für rund 1,5 Millionen Euro haben sie einen Vechtemäander und eine Flussaue angelegt. Einen Schlenker wie diesen hat die Vechte vor ihrer Begradigung im vergangenen Jahrhundert an zahlreichen Stellen zwischen ihrer Quelle im Münsterland und ihrer Mündung bei Zwolle ins Zwarte Water gemacht. Eine Vielzahl von Altarmen zeugt heute noch davon. Seit einiger Zeit wird nun versucht, die Vechte an geeigneten Stellen wieder natürlicher fließen zu lassen und sie damit ökologisch aufzuwerten.

 

Der Landkreis Grafschaft Bentheim und die niederländische Waterschap Vechtstromen haben auf deutscher Seite 400 Meter Uferbefestigung entfernt und auf einer Länge von 250 Metern an 14 Stellen Totholz eingebaut, das Tieren als Lebensraum dienen soll. Der alte schmale Wall wurde um 180 Meter versetzt und als neuer breiter Deich, wie er in den Niederlanden an Flüssen üblich ist, wiederaufgebaut. Hier finden auch Schafe Platz zum Grasen. Auf niederländischer Seite entstand die 650 Meter lange Schleife. Das alte, geradeaus verlaufende Flussbett, wurde „abgeschnitten“.

 

Wie der BUND von niederländischen Naturschützern erfuhr, beabsichtigt die Waterschap Vechtstromen das Befahren im niederländischen Teil der Vechte durch Anglerboote auch während der Wintermonate Anfang November bis Ende März eines jeden Jahres zuzulassen.

 

Das Befahren der Vechte hier ist bisher ausschließlich von Anfang April bis Ende Oktober gestattet.

 

Die Kreisgruppe des BUND hält eine mögliche Entscheidung der Waterschap Vechtstromen, das Befahren der Vechte mit Booten auch während der Wintermonate zu erlauben, aus ökologischen Gründen für sehr bedenklich.
 

Die Kreisgruppe des BUND weist darauf hin, dass die Vechte gerade in den Wintermonaten einen wichtigen Rast- und Nahrungsbiotop für verschiedene Wasservogelarten wie nordische Gänse, Schwäne und Enten darstellt.

 

Mitglieder unterschiedlicher Naturschutzverbände in der Grafschaft Bentheim führen seit über 20 Jahren an der Vechte „Winterwasservogelzählungen“ durch:

 

An einem festgelegten Datum in Januar eines jeden Jahres werden im gesamten Flussverlauf der Vechte in der Grafschaft Bentheim (Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen in Ohne bis zur Staatsgrenze zu den Niederlanden in Laar) Wasservogelzählungen durchgeführt. Um Doppelzählungen zu vermeiden, erfolgen die Begehungen flussabwärts möglichst zur gleichen Uhrzeit.

 

Bei diesen Zählungen handelt es sich natürlich um „Momentaufnahmen“ der zu diesem Zeitpunkt auf der Vechte vorhandenen Avifauna, d.h. die Arten und deren Anzahlen können von Tag zu Tag, abhängig von der Entwicklung des Wetters oder aber durch erfolgte Störungen, variieren.

 

Dennoch bieten die langjährigen Beobachtungen die Grundlage für die Feststellung, dass die Vechte im Winter für an Fließgewässer gebundene Vogelarten von hervorgehobener Bedeutung ist, bietet sie doch gerade den Zugvögeln unter ihnen die Möglichkeit, für ihren Weiterzug notwendige Reserven wieder aufzufüllen. Störungen in dieser Zeit würden zu Schwankungen des Energiehaushaltes führen, die im schlimmsten Fall den Tod der Vögel zur Folge haben könnten.

 

Rastende Kleinvögel, die vorhandene Röhrichtzonen an der Vechte oder ihre unmittelbar angrenzenden Bereiche der Aue zur Rast und Nahrungsaufnahme nutzen, wurden bisher nicht oder nur unzureichend in die Beobachtungen einbezogen. Es ist zu erwarten, dass auch für sie eine ungestörte Vechte im Winterhalbjahr von großer Bedeutung ist!

 

Im Rahmen des „Rust en drukte“- Konzeptes, das künftig auch auf den deutschen Teil der Vechte in der Grafschaft Bentheim übertragen wird, wird auch dieser Aspekt eine große Rolle spielen!

 

Die Beobachtungsergebnisse aus den Winterwasservogelzählungen im deutschen Teil der Vechte lassen erwarten, dass auch der niederländische Teil des Flusses im Winter eine bisher vielleicht unterschätzte Bedeutung für Wasservögel aufweist, die aus ökologischer Sicht eine Störung aus oben beschriebenen Gründen verbietet! 

 

Um auch für den betroffenen niederländischen Teil der Vechte valide Aussagen zu seiner Bedeutung als Rast- und Nahrungsbiotop für Wasservögel (+ Kleinvogelarten) treffen zu können, hält der BUND ein entsprechendes über 2 – 3 Jahre währendes Monitoring in den Wintermonaten für angebracht, dessen dann vorliegende Ergebnisse die Grundlage für weitere Entscheidungen bilden können.

 

Unterstützung in der Angelegenheit erhielten wir von der oberen Naturschutzbehörde in Oldenburg und dem NLWKN.

 

 

b) Tierpark Nordhorn

 

Der Tierpark Nordhorn hat 2017 damit begonnen, Naturschutzranger auszubilden und einzusetzen.

 

Das Ziel des Konzeptes der „Grafschafter Naturschutzranger“ ist es, Menschen für

 

regionaltypische Lebensräume zu begeistern und sie vor Ort über jeweilige Charakteristika zu informieren.

 

Es wurden Schulungsblöcke aus Theorie und Praxis zu folgenden Bereichen angeboten: Vechte, Hutewald, Heide sowie Moor.

 

Mitglieder der Kreisgruppe wurden von der Tierparkleitung gebeten, als Referenten für Theorie- und Praxisteil ausgewählter Schulungsblöcke zu fungieren.

 

Den praktischen Teil der Rangerausbildung zu den Themen „Moor“ und „Vechte“ übernahm der BUND. Dabei führten Exkursionen die Teilnehmer an das Georgsdorfer Moor und nach Bathorn, wo man wiedervernässte Moorflächen in Augenschein nahm. An verschiedenen Stellen an der Vechte und in ihrer Aue bildeten Optimierungsmaßnahmen der Grünlandflächen den Schwerpunkt.

 

Neben der Zooschule des Tierparkes entstand ein Erlebniscamp, in dem kleine und große Zoobesucher vor allen Dingen etwas über den heimischen Arten- und Naturschutz erfahren können. Und das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern in erster Linie spielerisch. So kann man durch „Fernrohre“ betrachten, wie man diversen Vogel- und Fledermausarten beim Bau eines Hauses auf elegante Art und Weise Unterschlupf bieten kann. An anderer Stelle muss man sich an eine Reckstange hängen, um über Kopf etwas über das geheime Leben der Fledermäuse zu erfahren. Barfuß geht es danach weiter über einen Pfad, der die verschiedenen Grafschafter Böden erleben lässt.

 

Vom BUND wurden „Mustergärten“ angelegt, die deutlich machen sollen, dass ein naturbelassener, „unaufgeräumter“ Garten ein Refugium für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten sein kann. Gemeinsam mit dem Nabu wurden auf einer Länge von ca. 17m und einer Breite von ca. 5m drei unterschiedliche Gartenausführungen geschaffen, wobei der Naturgarten die größte Fläche einnahm: eine Arche, eine Trockenmauer, ein Lesesteinhaufen sowie ein Totholzhaufen, eine Wildkräuterwiesenfläche sowie als Gehölze ein Pfaffenhütchen, eine Eberesche und ein Schmetterlingsfliederbusch zeichnen ihn aus.

 

Ein Netzwerkcamp ist der neue Bereich deshalb, weil sich die vielen verschiedenen Partner aus dem Arten- und Naturschutz, mit denen der Zoo schon seit vielen Jahren zusammenarbeitet, in diesem Camp mit ihren Ideen eingebracht haben und sich dort präsentieren. An ihren „Lernstationen“ erfahren die Besucher etwas über die Schwerpunktarbeit der Vereine und Verbände. Die Kontakte zu den Gruppen sind ebenfalls im Camp zu finden oder können beim Tierpark erfragt werden.

 

Auch wurde der BUND-Stand „Nisthilfen“ in das Netzwerkcamp integriert.

 

Von Freitag, den 27. April bis Sonntag, den 4. November 2018 zeigt der Arbeitskreis Eine Welt e.V. Nordhorn in Kooperation mit dem Tierpark Nordhorn die Globalisierungsausstellung "Weltgarten“. Der „Weltgarten“ bietet den Naturschutzverbänden die Möglichkeit, Projekte, Initiativen, Ziele und Ideen einem großen Publikum zu präsentieren. Gemeinsam mit den vielfältigen Lernstationen bieten sie den BesucherInnen der Ausstellung ganz praktische Möglichkeiten, sich zu engagieren. Der BUND wird sich ab August mit einem Überblick über seine Arbeit an der Ausstellung beteiligen.

 

 

c) Südumgehung Emlichheim

 

In der Samtgemeinde Emlichheim wird seit vielen Jahren über eine Umgehungsstraße diskutiert. Als vordringliche Gründe werden zumeist zuerst eine Entlastung des Dorfes Emlichheim und eine Anbindung der Samtgemeinde an das überörtliche Verkehrsnetz genannt.

 

Inzwischen hatten sich Politik und Verwaltung Emlichheims sowie des Landkreises auf einen Trassenvorschlag geeinigt. Die vorgeschlagene Trasse führt durch das Überschwemmungsgebiet links und rechts der Vechte und tangiert die Denne als Vorranggebiet für Natur und Landschaft. Der BUND hingegen setzt weiter auf einen Trassenverlauf, der den Ort weiträumig umfährt. Diese Trasse würde an der Bundesstraße 403 zwischen Wilsum und Emlichheim beginnen, am Mittelschloot entlangführen und sich nordwestlich auf die Vechtebrücke in Echteler zubewegen, um von dort wieder auf die Bundesstraße 403 in Richtung Europark und Coevorden zu führen. Eine derartige Trasse böte folgende Vorteile:

 

 

·      Das Überschwemmungsgebiet links und rechts der Vechte wird      

     nicht beeinträchtigt. 


 

·      Die 8,50 Meter breit ausgebaute Bundesstraße kann genutzt werden.

     Sie führt in südliche Richtung zwischen Wilsum und Uelsen durch   

     das Waldgebiet Wilsumer Berge, dann über die Uelsener 

     Umgehungsstraße und erreicht die Umgehung von Neuenhaus.

     Dorthin  würde auch die von Emlichheim und dem Landkreis 

     favorisierte Trasse über die Kreisstraße 16 führen.


 

·     Die Denne-Niederung und die Oeveringer Seemarsch werden nicht in Mitleidenschaft gezogen.

 

·    Es gibt keine unmittelbaren Eingriffe in Hofstrukturen mit           besonderer Trennwirkung

 

·    Die vom BUND vorgeschlagene Trasse führt über die vorhandene Brücke in Echteler. Diese muss – nach den Planungen des Landkreises – ohnehin erneuert werden.

 

 

 

Die Kreisgruppe des BUND hat in einem Schreiben an den damaligen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt noch einmal ihre ablehnende Haltung zum Trassenvorschlag der Gemeinde und des Landkreises deutlich gemacht. In einem Antwortschreiben aus dem Bundesverkehrsministerium wird darauf verwiesen, dass man die Angelegenheit ins zuständige niedersächsische Landesministerium gegeben habe. In einem Antwortschreiben von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr an uns heißt es unter anderem, dass für das weitere Verfahren für die Ortsumgehung Emlichheim „vom Land auch eine Prüfung der Variante des BUND veranlasst“ wird. Die Träger öffentlicher Belange, die Umweltverbände und die Öffentlichkeit würden „permanent in den Planungsprozess einbezogen“. Das heißt: Die Trasse wird neu geprüft.

 

Kürzlich erhielten wir auf eine entsprechende Nachfrage bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den aktuellen Stand der Planungen:

 

 

 

·  Aktuell werden vom zentralen Geschäftsbereich der Nieders.  Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die Unterlagen für die Linienabstimmung zusammengestellt. Hierbei wird auch die vom BUND vorgeschlagene Variante mit betrachtet.

 

 
 

·     Die Arbeiten zur Vorentwurfserstellung beginnen 2018 und sollen    bis ca. 2020 abgeschlossen sein. Eine enge Beteiligung der Träger öffentlicher Belange sowie auch des BUND ist hierbei selbstverständlich.

 

 
 

·   Daran anschließend werden dann die Planfeststellungsunterlagen erstellt und das Planfeststellungsverfahren eingeleitet.

 

 

 

 

d) Das Projekt A-Nord von AMPRION

 

Das Projekt A-Nord der Fa. AMPRION, die geplante Gleichstromverbindung von Niedersachsen bis ins Rheinland, befindet sich im Planungsprozess in Vorbereitung auf das formelle Verfahren der Bundesfachplanung. Die zweite frühzeitige Beteiligungsphase hat im August 2017 in Niedersachsen begonnen. Während des Prozesses stellten sich auch Fragen rund um den Arten- und Gebietsschutz, die AMPRION mit dem BUND gemeinsam besprach. Dies sollte AMPRION ermöglichen, lokale und regionale Belange noch über seine Untersuchungen hinaus frühzeitig zu berücksichtigen.

 

Der BUND bekräftigte seine Auffassung, die Trasse möglichst an der Autobahn entlang zu legen und Naturschutzgebiete wie das Syen-Venn sowie die Querung des Bentheimer Höhenrückens zwischen Schüttorf und Bad Bentheim zu vermeiden.

 

Am 17.01.18 stellte AMPRION auf einer Veranstaltung in Meppen den Vorzugskorridor seines Erdkabels in der Grafschaft Bentheim vor. Diese wurde in den GN veröffentlicht.

 

Hier kurz die Ergebnisse:

 

Im März 2018 will Amprion den Antrag auf Bundesfachplanung an die Bundesnetzagentur (BNetzA) stellen. Der Antrag wird in Abschnitten gestellt.

 

Dieser Antrag wird von der Bundesnetzagentur öffentlich ausgelegt. Die BNetzA wird dann auch sogenannte Antragskonferenzen terminieren, voraussichtlich im April/Mai. Auf diesen hat dann jeder die Möglichkeit sich zu beteiligen und seine Stellungnahmen zum Antrag einzubringen. Darüber hinaus gibt es nach den Konferenzen auch noch eine gewisse Frist, seine Stellungnahme schriftlich an die BNetzA zu richten.

 

Amprion wies hin auf Konflikte mit Naturschutzgebieten, Gewerbegebieten und dass es das Bestreben seitens AMPRION gibt, die Trasse nah an die Autobahn zu legen.

 

Die Inbetriebnahme der Leitung A-Nord soll 2025 erfolgen. Die Baubedarfsfläche für die Kabelverlegung beträgt 35 Meter in der Breite.

 

Die Leitung wird als Erdkabel in offener Bauweise (Standard) geplant (geschlossene Bauweise kann bei Flussquerungen, Straßen erfolgen). Wenn Verbände an Teilstellen den Bedarf einer a) geschlossenen Bauweise oder b) einer Freileitung sehen, dann müssen sie diese Wünsche explizit auf der Antragskonferenz äußern. Damit Inhalte ins Verfahren aufgenommen werden, müssen sie auf der Antragskonferenz genannt werden! Ab März starten die Antragskonferenzen!

 

 

e) Umbau des Dinkelwehres „War“ zur Sohlgleite

 

Die Kreisgruppe des BUND begrüßt ausdrücklich den geplanten Rückbau des Dinkelwehres „War“ in Lage sowie die Anlage einer Sohlgleite mit Flutmulden und den Ersatzbau der Brücke.

 

Der BUND sieht in der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit einen wichtigen Schritt hin zur Erfüllung der Forderungen, die in den EG-WRRL dargelegt sind.

 

Die Dinkel stellt ein stark anthropogen beeinflusstes Fließgewässer dar, dessen ökologisches Potential durch die Herstellung einer Sohlgleite, die die Wandermöglichkeit aquatisch lebender Wirbelloser und Wirbeltiere auch stromaufwärts ermöglicht, signifikant erhöht wird.

 

Aus Gründen der Gewährleistung der Hochwasserneutralität sollen nach dem Rückbau und der Anlage der Sohlgleiten beidseits des Hauptgewässers Flutmulden geschaffen werden, die mit arten- und blütenreichem Saatgut aus regionaler Herkunft eingesät und extensiv unterhalten werden sollen. Der BUND begrüßt diese Maßnahme, bittet aber darum, dass die Mahd dieser Bereiche erst nach Ende der Blüh- und Fruchtphase der Pflanzen, die u.a. zahlreichen Insektenarten als Nahrungs- und Fortpflanzungsbiotop dienen können, erfolgt.

 

Bei der Umgestaltung des Dinkelwehres wird das vorhandene Brückenbauwerk abgebrochen und durch eine neue Brücke ersetzt. Diese Maßnahme bietet eine große Chance, einen Beitrag zum Artenschutz zu realisieren:

 

Nach Erfahrungen des BUND bei ähnlichen Baumaßnahmen kann durch die Sohlgleite die Attraktivität des Fließgewässers für die Bachstelze (Motacilla alba), die Wasseramsel (Cinclus cinclus) und besonders die Gebirgsstelze (Motacilla cinerea) erhöht werden. Daher bat der BUND darum, geeignete Strukturen als Nisthilfen im Brückenbauwerk vorzusehen oder entsprechende Nistmöglichkeiten einzubauen.

 

Der Kreisgruppe des BUND ist das Vorkommen von Fischottern sowohl an der Vechte im Bereich der deutsch-niederländischen Grenze als auch eben an der Dinkel im Bereich des umzubauenden Wehres „War“ bekannt. Die festgestellten Tiere scheinen aus von niederländischer Seite ausgesetzten Populationen zu stammen und werden voraussichtlich – wenn geeignete Strukturen sowohl im/am Fließgewässer als auch in dessen Aue vorhanden sind – weitere Flussabschnitte „erobern“.

 

Das bevorzugte Revier des Fischotters sind durch Kleingewässer vernetzte Flüsse oder Seen. Ein Fischotterpaar benötigt annähernd 20 Kilometer Flusslänge mit den dazugehörigen Nebengewässern als Lebensraum.

 

Der BUND gegrüßt, dass beim Neubau der Brücke Maßnahmen ergriffen werden, die dem Schutz des Fischotters dienen und macht in seiner Stellungnahme Vorschläge zur Gestaltung von Otterbermen.

 

Denn verengt ein zu schmales Brückenbauwerk den Fluss so sehr, dass das Wasser nur so hindurchschießt, dann steigt die Gefahr, dass der Otter das Gewässer verlässt und auf die tödliche Straßenfahrbahn ausweicht.

 

Entsprechend des Querbauwerks und den hydraulischen Gegebenheiten des Gewässers gibt es unterschiedliche Konstruktionsformen von Otterbermen. Wenn möglich sollten Bermen an beiden Uferseiten vorgesehen werden. Ist dies nicht möglich, sollte die Berme an der Seite angebracht werden, die unter Berücksichtigung von Struktur und Vegetation die besseren Durchgangsmöglichkeiten bietet.

 

Da im Untersuchungsgebiet ein Vorkommen von planungsrelevanten Fledermäusen und Vögeln nicht ausgeschlossen werden kann, begrüßt der BUND das Anbringen von Vogelnisthilfen sowie von Fledermaussommerquartieren als CEF-Maßnahmen im näheren Umfeld der Baumaßnahmen.

 

Als Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung und zum Schutz vor Beeinträchtigungen sollen die Rodung des naturnahen Feldgehölzes südöstlich der Wehranlage sowie die Arbeiten zur Einrichtung der Baustelle außerhalb der Brut- und Setzzeit und der Wander- und Laichzeit von Amphibien (01. März bis zum 30. September) erfolgen.

 

Einzelbäume und andere Gehölze sind während der Bauzeit durch geeignete Vorkehrungen gemäß DIN 18920 und RAS-LP 4 vor Beeinträchtigungen zu schützen.

 

Während der Arbeiten wird eine Umweltbaubegleitung eingesetzt, die ihre Überwachungs- und Kontrollaufgaben in enger Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim durchführt.

 

 

 

f) Nordhorn-Almelo-Kanal in Nordhorn

 

Der BUND wurde Mitte Dezember darüber informiert, dass am Nordhorn-Almelo-Kanal umfangreiche Gehölzrückschnittarbeiten geplant sind. Die Verwaltung bat den BUND um eine Stellungnahme.

 

Bäume und Sträucher bis auf die alleebildenden Roteichen entlang des Kanals zwischen dem Kanalweg und der Südtangente entlang des Ostufers am Nordhorn-Almelo-Kanal sollten auf einer knapp 470 Meter langen Strecke entfernt werden.

 

Auf einer Ortsbesichtigung, an der Vertreter der Stadt Nordhorn sowie des BUND teilnahmen, verschaffte man sich einen Eindruck von der Situation der uferbegleitenden Gehölze. Der BUND erhielt von der Stadt Nordhorn die Zusage, dass einige kleine Parzellen am Ufer des Kanals erhalten und auch später geschaffen werden, die Kleinvögeln und Wasservögeln Rückzugsmöglichkeiten bieten sollen. Die Westseite des Kanals soll nicht angetastet werden und ebenso Tieren als Rückzugsort dienen.

 

Untere Naturschutzbehörde gab unter Auflagen grünes Licht, so dass die Arbeiten bis Ende Februar 2018 erledigt wurden, ehe die sogenannte Brut- und Setzzeit beginnt.

 

Die Säuberung des ersten Abschnitts soll als Pilotprojekt dienen. Dadurch könne die Verwaltung Kosten und Vorgehensweise für die weiteren Abschnitte abschätzen. Für die entfernten Birken sollen Ausgleichsbäume gepflanzt werden. Die Alleebäume entlang des Ostufers bleiben gemäß Konzept erhalten. Ziel ist es, den ursprünglichen Allee-Charakter wiederherzustellen.

 

Mit der Uferbereinigung am Nordhorn-Almelo-Kanal treibt die Verwaltung ihr Wasserstadtprojekt weiter voran. Die Ludwig-Povel-Schule, die auf Höhe des ersten Abschnitts liegt, plant einen eigenen Bootsanleger, um sein schulisches Wassersportangebot auch auf den Kanal auszudehnen. Außerdem gehen die Planungen voran, das historische, denkmalgeschützte Zollhäuschen zu sanieren.

 

Die Ufersäuberung entlang des Kanals ist für die Stadt auch einer von vielen „Trittsteinen“ hin zur grenzüberschreitenden „Kanalvision“, die man im Rathaus nicht aus den Augen verloren hat.

 

 

g) Geplantes Festival in Bad Bentheim

 

Schon vor eineinhalb Jahren gab es in Bad Bentheim Pläne rund um die Freilichtbühne ein besonderes Festival zu etablieren. Nun wurden diese oder auch abgewandelte Pläne wieder aktuell.

 

Die Bilder einer Planskizze, die dem BUND zugeleitet wurden, umreißen das einzuzäunende Gelände: Die Freilichtbühne, das Gelände nördlich davon runter bis an die Schüttorfer Straße und vor allem der Bereich östlich der Franzosenschlucht inklusive Weiden, der beiden Gehöfte und auch der aufgelassenen Steinbrüche. Der Mitfahrer-Parkplatz unten an der Schüttorfer Straße soll als LKW-Ladeplatz genutzt werden, die anderen Flächen für Bühnen, aber auch als Food-Area, Chill- und Workshop-Areas. Nicht allein um Musik soll es gehen, sondern auch um Kunst, Kultur, Essen. Die Bentheimer Stadtverwaltung als auch das fürstliche Haus als einer der Grundstückseigentümer signalisieren Zustimmung. Auch sei die Anwohnerversammlung positiv verlaufen. Organisiert werden soll das Festival in Bentheim von niederländischen Unternehmen.

Der BUND veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme in den GN, da besonders sensible Bereiche im Bentheimer Höhenrücken durch Überplanungen bedroht sind.

 

Viele Bentheimer und Touristen kennen und lieben dieses stadtnah gelegene und dennoch ruhige Waldgebiet mit seinen schmalen Pfaden und nutzen es für Spaziergänge und Wanderungen.

 

Die östlichen Bentheimer Berge sind im Landesraumordnungsprogramm als naturschutzwürdig und im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorranggebiet für Natur und Landschaft festgesetzt worden, also etwa gleichbedeutend mit Naturschutzgebieten wie dem Gildehauser Venn, dem Syen-Venn oder der Itterbecker Heide.

 

Bekannt sind die Bentheimer Berge und ihre Nachbarschaft für die artenreichen Amphibien- und Reptilienvorkommen. Sie haben seinerzeit wesentlich mit dazu beigetragen, dass die schöne Landschaft und viele wertvolle Lebensräume zwischen Bad Bentheim und Schüttorf heute nicht von der A 31 zerschnitten werden wie ursprünglich geplant.

 

Die Naturschutzverbände bedauern, dass die Stadtverwaltung von Bad Bentheim die Festivalplanungen unterstützt. Egal ob derartige Veranstaltungen zu größeren oder auch nur kleineren Beeinträchtigungen führen, sie gehören nicht in ein Vorranggebiet für die Natur.  Eine derartige Veranstaltung öffnet Tür und Tor für Folgeveranstaltungen. Schon heute finden im Gebiet gewerbliche Mountainbike- und Kletterveranstaltungen statt, die weit über die stille Erholung hinausgehen und Lärm und Müll produzieren.

 

Nicht alle Vorranggebiete für die Natur sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen – so auch die Bentheimer Berge. Laut Regionalem Raumordnungsprogramm sei dies nur erforderlich, wenn eine Gefährdung des Schutzzweckes vorläge. Der BUND meint, dass grundsätzlich versucht werden soll, die Vorranggebiete vor Beeinträchtigungen zu schützen. Die Naturschutzverbände sehen bei den Bentheimer Bergen ganz deutlich Gefahr im Verzug.

 

Der geplante Veranstaltungsort in den Bentheimer Bergen gehört zum umfangreichen Grundbesitz des Fürsten zu Bentheim und Steinfurt aus Zeiten der Landesherrschaft und der Auflösung der Klöster. Die große Wertschätzung des fürstlichen Hauses in zurückliegender Zeit rührt nicht zuletzt daher, mit welch hoher sozialer Kompetenz und Naturverbundenheit es mit diesem Erbe umgegangen ist. Man denke an das fürsorgliche Verhalten gegenüber Pächtern und Mitarbeitern und die naturnahe Bewirtschaftung großer Teile des Bentheimer Waldes. Die Verbände können das fürstliche Haus nur bitten, die Bentheimer Berge nicht für diese Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.

 

Auf diesen Zeitungsartikel hin fand Mitte Januar ein Gespräch im Bentheimer Rathaus statt, zu dem der Bürgermeister eingeladen. Der niederländische Veranstalter stellte seine Vision vor, ließ allerdings die genaue Örtlichkeit der Veranstaltung, die erst 2019 im August/September über 4 Tage stattfinden soll, offen. Ein Planungsbüro wurde beauftragt, eine detaillierte Planung, in die Daten der UNB einfließen sollen, bis April 2018 vorzulegen.

 

Eine gemeinsame Exkursion in die Bentheimer Berge östlich der Franzosenschlucht machte deutlich, dass viele Detailfragen noch gar nicht geklärt sind. Der BUND ist gespannt auf die Ergebnisse der Untersuchungen und wird sich weiterhin für den Schutz dieses einmaligen Gebietes einsetzen.

 

 

h) Fertigstellung der künstlichen Uferschwalbenwand in Schüttorf

 

Erfolge lassen sich wiederholen. Nach diesem Motto bieten die Kreisgruppen des BUND und des NABU   in Schüttorf weitere Nistmöglichkeiten für Uferschwalben an.

 

Die Stadt Schüttorf hatte bereits 2013 als freiwillige ökologische Maßnahme an einem See an der Weißen Riete in Schüttorf eine Uferschwalbenwand aus Betonelementen errichtet. 12 Winkelstützen mit je 8 Rundlöchern lockten die Schwalben zum Nestbau an. Die Maßnahme wurde von den beiden Umweltverbänden NABU und BUND geplant und fachlich begleitet. Ein Bauunternehmen hatte die in einem Betonwerk vorgefertigten Winkelstützen aufgestellt und die Rückseite mit lehmigen Boden aufgefüllt. Die Verbände bewerten es als eine gelungene Maßnahme und als Beitrag zum Artenschutz, da die Uferschwalbe als streng geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz eingestuft ist. Bereits im folgenden Jahr hatten die Uferschwalben die Wand angenommen und erste Nisthöhlen gegraben. Eine Info-Tafel informiert interessierte Besucher.

 

Die Uferschwalbe (Riparia riparia) ist neben der Rauchschwalbe und der Mehlschwalbe unsere dritte einheimische Schwalbenart. Sie ist mit einer Länge von 12-13 cm die kleinste Schwalbenart in Europa. Sie hat einen nur leicht gegabelten kurzen Schwanz, einen verhältnismäßig langen, flachen Schnabel und zarte unbefiederte Zehen. Die Oberseite ist erdbraun, die Unterseite weiß mit graubraunem Brustband.

 

Die Uferschwalbe ist ein Koloniebrüter. Beide Partner graben ihre Brutröhren mit querovalem Einflugloch mit Schnabel und Krallen armtief in steile Wände. Die etwas aufsteigenden Löcher im festen Erdreich werden am hinteren Ende erweitert und mit Halmen und Federn ausgepolstert. Ein- bis zweimal im Jahr wird ein Gelege von fünf bis sechs Eiern von beiden Eltern 14 bis 16 Tage lang bebrütet. Die Jungen werden ebenfalls von beiden Eltern gefüttert und verlassen die Bruthöhle nach 18 bis 23 Tagen.

 

Die Tiere sind sehr gesellig, sie schließen sich auch abseits der Brutgebiete zu Trupps und Schwärmen zusammen. Ihr Flug ist weniger zielgerichtet als bei anderen Schwalben und wirkt unstet und flatternd. Uferschwalben besiedeln zur Brutzeit Flussufer, Küsten sowie – als Ersatzlebensräume in der Kulturlandschaft – Lehm- und Kiesgruben. Sie benötigen lehmige oder festsandige Steilufer und Abbruchkanten zur Anlage ihrer Brutröhren. Diese haben sie früher in den Ufern der Flüsse gefunden, wo sie in großen Kolonien gebrütet haben. Mit Begradigung der Flüsse und Befestigung der Flussufer mit Steinschüttungen wurde ihnen diese Möglichkeit genommen. Uferschwalben leiden in unserer modernen Industriegesellschaft ständig unter Wohnungsnot. In der Grafschaft sind Uferschwalben heute fast ausschließlich auf Steilhänge in Sand- und Kiesabgrabungen angewiesen, wo sie ihre Niströhren anlegen können.

 

Für die neue Schwalbenwand wurden auf einer Länge von zwölf Metern Betonelemente eingebaut, die zusätzliche 80 Bruthöhlen bieten. Beide Verbände werden auch in den kommenden Jahren die Uferschwalbenwand betreuen und notwendige Arbeiten wie das Freihalten des Uferbereiches vor der künstlichen Wand von aufkommenden Gehölzen und andere Pflegemaßnahmen durchführen.

 

Um weitere Organisationen für den Schutz der Uferschwalben zu gewinnen, stellten BUND und NABU auf Wunsch der Bingo-Umweltstiftung gemeinsam ein Faltblatt her. Darin kann nachgelesen werden, wie eine Uferschwalbenwand gebaut wird.

 

i) Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Wildbienenstand in Uelsen

 

Im Mai 2017 fand die öffentliche Übergabe des Wildbienenstandes in Uelsen unter Beisein von Vertretern der Vogelfreunde Uelsen, der Naturschutzstiftung, der Naturschutz-AG der Realschule Bad Bentheim, des BUND sowie einer Grundschulklasse aus Uelsen statt.

 

Die Errichtung des Standes hatte der Verein aus Uelsen übernommen, die „Ausstattung“ mit Nisthilfen für Wildbienen die Naturschutz-AG. Der BUND sowie die Naturschutzstiftung unterstützten das Projekt, das Teil des Uelsener Schulwaldes ist, fachlich. Nachdem die Vertreterin der Naturschutzstiftung und ein Vertreter des BUND den Anwesenden über Wildbienen - hier speziell der Solitärbienen und -wespen - sowie deren Aufgabe in der Natur, Gefährdungsursachen und Schutzmöglichkeiten berichtet hatten, nahmen die Grundschüler/innen den Wildbienenstand in Augenschein.

 

Künftig soll der Stand durch weitere Nisthilfen ergänzt werden.

 

 

Ferienpassaktionen

 

Bei der letzten Ferienpassaktion „Bau von Nisthilfen für Höhlenbrüter“ wurden in Neuenhaus, Nordhorn, Bad Bentheim und Schüttorf insgesamt 60 Nisthöhlen gebaut. Die Bauteile wurden von SchülerInnen der Naturschutz-AG der Realschule Bad Bentheim vorbereitet. Die Kinder konnten nach Fertigstellung der Kästen diese und Informationen zum Aufhängen und zur Betreuung der Nisthilfen mit nach Hause nehmen.

 

Zusätzlich wurden mit Mitgliedern der Jugendfeuerwehr Bad Bentheim 15 Nisthilfen gebaut.

 

 

Naturschutzwoche für Kinder

 

Auch im vergangenen Jahr fand die Naturschutzwoche für Kinder statt.

 

Der BUND beteiligte sich an der Aktion, allerdings ohne BINGO-Mittel zu beanspruchen: Mit Kindern der Realschule Bad Bentheim wurden Pflegearbeiten im schuleigenen Wald durchgeführt.

 

 

Wildbienenstand an der Grundschule Quendorf

 

Die Grundschule in Quendorf beabsichtigte, am Rande ihres Schulhofes einen Wildbienenstand zu errichten. Die Schülerinnen und die Schüler der Schule wollten hiermit einen Beitrag zum Schutz der in Niedersachsen gefährdeten Wildbienen, speziell der Solitärbienen, leisten. Als gut erreichbarer Lernort sollte die Thematik „Wildbienen sind gefährdet“ mit in den Unterricht einfließen. Die Kreisgruppe des BUND begleitete das Projekt:

 

In einer sowohl theoretischen als auch praktischen Stunde haben BUND-Mitglieder Lehrer und Schülern der Grundschule über Wildbienen informiert und Nisthilfen für Solitärbienen gefertigt. Die Nisthilfen wurden anschließend zusammen mit Schülern der Naturschutz-AG der Realschule Bad Bentheim in den dafür errichteten Stand an der Schule eingebaut.

 

 

j) Splitter

 

Hochmoor Ringe

 

Wie schon an anderer Stelle berichtet, wird seit 2016 versucht, durch Abholzungsarbeiten im wiedervernässten Teil des NSG Hochmoor Ringe, den der BUND federführend für die Naturschutzverbände betreut, die Verbuschung zurückzudrängen und damit die Verdunstung aus dem Torfkörper zu reduzieren. Ortstermine im Hochmoor machten deutlich, dass bereits der größte Anteil der Fläche abgeholzt worden ist. Im kommenden Herbst sollen weitere Arbeiten erfolgen. Neuaufschlagende Gehölze werden dann von Schafen und Rindern abgeweidet.

 

Kartierungen

 

Der BUND sandte die Ergebnisse der Wiesenvogelkartierungen 2017 an den Koordinator für die Wiesenvogelerfassungen des Landkreises. Zudem stellte der BUND avifaunistische Beobachtungen zum Vechtesee in Nordhorn zusammen, worum die Untere Naturschutzbehörde gebeten hatte. Er gab Befürchtungen Ausdruck, dass durch den zunehmenden Wassertourismus auf dem Vechtesee eine wachsende Gefährdung der Bruten von Wasservögeln zu erwarten sei. Zudem wurden Vorschläge zur Konfliktminimierung gemacht (Ausgrenzung von sensiblen Bereichen, etc.).

 

Gartenfreunde

 

Eine Gemeinschaftsgartenaktion von interessierten Bürgern, die „Garten Freu(n)de“, etabliert sich demnächst in Nordhorn. Der BUND unterstützt dieses Projekt ideell und durch praktische Arbeit. In naher Zukunft sollen ein Ortstermin stattfinden sowie Gespräche über konkrete Maßnahmen geführt werden.

 

Roetmann/Bimolten

 

Seit Oktober 2016 hat die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim die ca. 1,2 ha große Fläche der ehemaligen Baumschule Roetmann an der Veldhauser Straße in Bimolten gepachtet.

 

Große Gehölze und Gebüsche, die sich hier - zuletzt ohne gärtnerische Pflege - entwickeln konnten, bestimmen das Bild. Auf den ersten Blick ein wildes Durcheinander, auf den zweiten Blick verschiedenste Pflanzen und vielfältigste Lebens- und Erlebnisräume!

 

Ziel der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim ist es, die Fläche mit bedachten, gezielten Eingriffen zu entwickeln, um so die Vielfalt unterschiedlichster Lebensräume zu erhalten oder gar zu vergrößern.

 

Die Stiftung bat die Kreisgruppe des BUND sich an diesem Projekt zu beteiligen.

 

Im Rahmen einer Begehung der Roetmann´schen Flächen, an der Vertreter der Naturschutzstiftung und des BUND teilnahmen, wurde Folgendes besprochen:

 

1. Die Amerikanischen Eichen entlang der Straße sollen gefällt werden. Die 2. Baumreihe soll stehen bleiben und durch gezielte Nachpflanzungen gefördert werden.

 

2. Die Platanen, die Buchen und die Eiben sollen erhalten, die Nadelbäume entfernt werden.

 

3. Lebensbäume und Scheinzypressen sollen gefällt und ihr Holz als Totholzhecke (Benjes-Hecke) aufgeschichtet werden.

 

4. Freiflächen sollen erhalten und eine Blumenwiese und/oder eine Streuobstwiese angelegt werden.

 

Die Umsetzung der Vorschläge hat bereits begonnen und wird im Laufe der nächsten Jahre fortgesetzt.

 

 

Ertüchtigung des SPNV der BEB

 

Im Oktober war der BUND zu einem Informationsgespräch mit Vertretern der Bentheimer Eisenbahn (BEB) geladen. Es ging um die Ertüchtigung des Streckennetzes für den SPNV von Bad Bentheim nach Neuenhaus. Die ca. 28 km lange Strecke soll ab Dezember 2018 von Fahrzeugen der BEB mit einer maximalen Streckengeschwindigkeit von 80 km/h befahren werden.

 

Durch die Reaktivierung des Streckennetzes ist es nötig, das Gleisbett zu stabilisieren und zu verstärken, was durch das Einbringen von Stützen in den Untergrund geschehen soll. Alle dazu notwendigen Arbeiten werden vom vorhandenen Gleisbett aus durchgeführt.

 

Untersuchungen entlang des Gleises ergaben ein Reptilienvorkommen im Bereich der Schotterungen im Bentheimer Wald. Um die Gefahr des Überfahrenwerdens für sich sonnende Eidechsen, Blindschleichen und ggfs. Ringelnattern zu minimieren, werden „Eidechsenburgen“ in der Bahntrasse eingerichtet.

 

Weiter soll überlegt werden, wie Amphibienwanderungen, die aus dem Bentheimer Wald in die Gewässer im Kurbereich hinein erfolgen, begegnet werden soll. Dazu werden im kommenden Frühjahr spezielle Erfassungen der wandernden Amphibien durchgeführt und ggfs. entsprechende Leitsysteme aufgebaut. Der BUND begleitet die Erfassungen.

 

 

k) Öffentlichkeitsarbeit

 

Neben zahlreichen Exkursionen mit speziell interessierten Personengruppen wurden auch die folgenden öffentlichen Führungen angeboten:

 

 

 

          ·       Der Auwald und andere Lebensräume an der Vechte

 

          ·       Öffentliche Führung im Wasserwerk in Getelo.

 

          ·       Vogelstimmen am Stadtrand und im Vechtetal der Stadt Schüttorf

 

          ·       Dünen- und Heidelandschaft an der Vechte

 

          ·       Pilze kennenlernen im Bentheimer Wald.

 

 

 

Zahlreiche Veröffentlichungen in den „Grafschafter Nachrichten“ und in anderen Regionalzeitungen zu aktuellen Themen sowie durch Interviews in der „Ems-Vechte-Welle“ zu aktuellen umweltrelevanten Themen, aber auch weitere, oben nicht erwähnte Führungen zu Fragen des Umwelt- und Naturschutzes bildeten einen weiteren Bereich unserer Öffentlichkeitsarbeit.

 

 

3. Stellungnahmen aufgrund § 29 BNatGes. 

 

Die Kreisgruppe des BUND wurde im Berichtszeitraum von Landkreis, Bezirksregierung, Straßenbauverwaltungen, Flurbereinigungsbehörden, Naturschutzverbänden und Kommunen 41mal zu Erörterungen und Gesprächen geladen; zahlreiche Ortstermine wurden wahrgenommen, viele Exkursionen durchgeführt sowie 18 schriftliche Stellungnahmen abgegeben.

 

Auch mit Naturschutzverbänden jenseits der deutsch-niederländischen Grenze bestehen - wie berichtet - Kontakte, die letztlich eine Grundlage für gemeinsame Projekte – siehe Vechte - bilden können.

 

 

4. Mitgliederbewegung und Mitarbeit der Mitglieder

 

Die zuletzt von unserem Landesverband in Hannover mitgeteilte Mitgliederzahl beträgt 169.

 

Die geschilderten Aktivitäten der Kreisgruppe ruhen allerdings zum überwiegenden Teil auf den Schultern des engeren Vorstandes und des Beirates.

 

Der Vorstand wünscht sich mehr Interesse an seiner Arbeit und mehr Engagement seiner Mitglieder an der Naturschutzarbeit in der Grafschaft Bentheim im Rahmen der Kreisgruppe.

 

Auch durch die Anwerbung neuer Mitglieder kann die Arbeit im Umwelt- und Naturschutz unterstützt werden.

 

 

5. Ausblick

 

Die Schwerpunkte der Kreisgruppenarbeit des BUND werden auch in Zukunft  sehr unterschiedlich sein. Einige Vorhaben sind bereits in die Darstellung der Arbeitsbereiche erwähnt worden.

 

Dennoch sollen einige umfassende Ziele formuliert werden:

 

Ein Hauptanliegen wird der Versuch sein, unsere Fließ- und Stillgewässer mit ihren ökologischen Besonderheiten in die Landschaft einzubeziehen. Dabei sind wir bestrebt - im Sinne des von uns entwickelten Vechteauenkonzeptes und des Konzeptes „Ruhe und Betriebsamkeit im Vechtetal“ im Sinne der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie -, mit Hilfe der Landeigentümer und - nutzer sowie den zuständigen Behörden und Kommunen langfristig eine Umwandlung der noch   beackerten Flächen  in ausgewählten Abschnitten des Vechtetales in Grünland zu erreichen, wobei letztlich insgesamt eine extensive Bewirtschaftung das Ziel ist. Weiteres Bemühen soll dem Anschluss von ausgewählten Altarmen an die Vechte und die Renaturierung von kleinen Fließgewässern gelten. Durch eine auenangepasste Land- und Forstbewirtschaftung sollen Überschwemmungsgebiete der Fließgewässer so entwickelt werden, dass sich eine Artenvielfalt der Flora und Fauna in unterschiedlichen  - auch vom Menschen beeinflussten und geformten - Lebensräumen entfalten kann.

 

Wegraine durchziehen die intensiv genutzte Agrarlandschaft wie ein Netz. Obwohl sie schmal sind, sind sie ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten der Kulturlandschaft. Zu häufig werden Wegränder, die den Gemeinden gehören, einfach überpflügt und landwirtschaftlich genutzt. Unzählige wertvolle Meter gehen hier der Natur verloren. Die Kreisgruppe des BUND setzt sich dafür ein, dass intensive Recherchen geführt und überackerte Flächen lokalisiert und entsprechende Gespräche mit Behörden und Landwirten mit dem Ziel geführt werden, dass auf wiedergewonnenen Flächen Blühstreifen angelegt werden, die zahlreichen Pflanzen- und Tierarten zugutekommen. Das wäre ein wichtiger Anfang, zumal das Thema in der Lokalpolitik oftmals stiefmütterlich behandelt wird.

 

Ein weiteres Bestreben der Kreisgruppe wird sein, die Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen ins Auge zu fassen. Die Eingriffsregelung (auch Eingriffs-Ausgleichs-Regelung) ist im deutschen Recht das bedeutendste Instrument zur Durchsetzung von Belangen des Naturschutzes, das in der „Normal-Landschaft“ greift, also auch außerhalb naturschutzrechtlich gesicherter Gebiete. Grundidee ist ein generelles Verschlechterungsverbot für Natur und Landschaft. Mit der Eingriffsregelung sollen negative Folgen von Eingriffen in Natur und Landschaft (Beeinträchtigungen) vermieden und minimiert werden. Des Weiteren sollen nicht vermeidbare Eingriffe durch Maßnahmen des Naturschutzes ausgeglichen werden. Der KG fällt seit Jahren auf, dass festgeschriebene Verpflichtungen zur Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen, wie z.B. die Pflanzung von Wallhecken, Obstbaumwiesen oder straßenbegleitender Gehölze, nicht oder nur zum Teil eingehalten und realisiert werden. Die Kontrolle von Kompensationsmaßnahmen kann aber von der Naturschutzbehörde des Landkreises bisher nicht flächendeckend erfolgen. Hier ist Abhilfe zu schaffen.

 

Neben der Fortführung der im Vorstandsbericht angesprochenen Aktivitäten ist uns die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie Schulen wichtig, um in der heranwachsenden Generation Verständnis für die Natur und unsere Umwelt und ihren notwendigen Schutz zu wecken.

 

 

W.O.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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