ÜBER UNS
PROJEKTE
BUND NACHRICHTEN
TERMINE
LINKS


Neuer Lebensraum für die Haselmaus – die Naturschutz-Arbeitsgemeinschaft der Realschule Bad Bentheim pflanzt Sträucher für eine bedrohte Tierart

Zu einer besonderen Aktion trafen sich am vergangenen Wochenende 20 Schülerinnen und Schüler der Naturschutz-Arbeitsgemeinschaft aus den Klassen 5 – 10 der Realschule Bad Bentheim mit ihrem Lehrer Walter Oppel an der Försterei im Bentheimer Wald. Es sollte diesmal um die Bereitstellung von Lebensraum für ein in Niedersachsen seltenes kleines Säugetier, die Haselmaus, gehen.


Mitglieder der Naturschutz-AG der Realschule Bad Bentheim
stellen ihr Informationsplakat über die Haselmaus vor

Anlass für die Beschäftigung mit der Haselmaus war ein entsprechender Aufruf von BUND, Naturschutzjugend und BINGO-Lotterie.

Die Mitglieder der AG hatten sich zunächst über die Biologie der Haselmaus, ihre Nahrung und die Ansprüche an ihren Lebensraum informiert und fertigten daraufhin ein Plakat an, mit dem sie ihre MitschülerInnen im Forum der Realschule über die Haselmaus sowie die geplante Aktion  in Kenntnis setzten:

Haselmäuse brauchen einen Verbund aus Hecken und strukturreichen, lichten Laubwäldern, die über einen entsprechend dichten Unterwuchs in Form von Dickichten und Büschen (zum Beispiel Brom- oder Himbeere) verfügen. Und ihr Name kommt ja nicht von ungefähr – sie lieben Haselnusssträucher und ihre Früchte. Außerdem brauchen sie Nisthöhlen in alten oder abgestorbenen Bäumen – in Ausnahmefällen begnügen sie sich auch mit Nistkästen. Da Haselmaus-Populationen in der Regel klein sind, können Veränderungen des Lebensraumes im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Art aus manchen ehemals bewohnten Wäldern ganz verschwindet. Haselmäuse sind außerdem durch die Verinselung unserer Wälder gefährdet. Straßen, große Felder ohne Hecken oder Baumreihen machen einen Genaustausch der Haselmäuse oder eine Besiedlung von leeren Revieren fast unmöglich. Um etwas für die Haselmaus zu tun, bat die Naturschutz-AG das Fürstliche Forstamt um Unterstützung bei der Suche nach einem geeigneten Standort für die Pflanzung einer Hecke für die Haselmäuse.  In Oberförster Detlev Heyden fand sie einen engagierten Fachmann, der der AG  geeignete Stellen an einer alten Waldwiese im Bentheimer Wald zuwies. Nun ging es ans Werk: Die SchülerInnen und Schüler pflanzten insgesamt 100 Gehölze der Arten Haselnuss, Weißdorn, Hundsrose, Wildapfel, Wildbirne, Brombeere und Schlehe zu zwei Hecken.  Die Knospen und Früchte all dieser Gehölze dienen der Haselmaus zur Nahrung. Zur Pflanzung der Hecke war eigens Frau Sabine Edlich als Vertreterin des BUND-Landesverbandes aus Hannover angereist.


Die Pflanzung der Haselmaushecke kann beginnen!

Steckbrief

Die Haselmaus – mausegroß, mauseflink und dennoch keine Maus

Die Haselmaus ist keine richtige Maus, sondern gehört wie der Siebenschläfer zur Familie der sogenannten Bilche. Das sieht man zum Beispiel an dem dicht und buschig behaarten Schwanz. Die Haselmaus ist winzig: Mit sieben bis acht Zentimetern (plus sechs bis acht Zentimeter Schwanz) ist sie nur daumengroß und wiegt zwischen 15 und 35 Gramm. Sie hat ein goldbraunes Fell und große, schwarze Knopfaugen. Haselmäuse können bis zu fünf Jahre alt werden. Haselmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv: Kurz nach Sonnenuntergang verlassen sie ihr Tagesversteck in Gebüschen und Bäumen und klettern auf der Suche nach Nahrung flink durchs Geäst.

 © Sven Büchner

In punkto Schlaf wird die Verwandtschaft mit den Siebenschläfern denn auch offenkundig: Den Tag verschlafen die Haselmäuse in kunstvoll gefertigten Kugelnestern, die sie frei aufhängen oder in Hohlräumen bauen, und das Winterhalbjahr in dickwandigen Nestern, die sie meist am Boden anlegen. Haselmäuse schlafen etwa 7 Monate im Jahr – von Oktober bis April.

© Sven Büchner

 

Ausblick:

Wo leben in Niedersachsen noch die seltenen Haselmäuse? Um etwas für die bedrohten, nur daumengroßen Nager tun zu können, wäre ein genaueres Bild ihrer Verbreitung nötig. Daher beteiligt sich die Naturschutz-AG auch an der von BUND und NAJU in Niedersachsen gestarteten Aktion, die „Große Nussjagd“ (Infos unter: www.nussjagd-niedersachsen.de). Dabei geht es darum, Haselmausbestände anhand ihrer „Hinterlassenschaften“, leeren Schalen mit arttypischen Fraßspuren an Haselnüssen,  festzustellen.

Über eventuelle Funde ober Nachweise der Haselmaus in der Grafschaft Bentheim, die unter der E-Mail info@bund-grafschaft-bentheim.de mitgeteilt werden können, freut sich die Kreisgruppe des BUND.

  

zurück...