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GN-Artikel vom
28.10.2004
Wie kann Qualität der Fließgewässer
verbessert werden?
Umwelt
Ortstermin an der Vechte
Schüttorf/PEZ
– Auf Einladung der BUND-Kreisgruppe haben sich kürzlich Vertreter
der Bezirksregierung, des Landkreises als Untere Wasserbehörde, des
BUND-Landesverbandes und des Niedersächsischen Landesbetriebes für
Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) in der Obergrafschaft getroffen.
Bei dem Gedankenaustausch ging es um den Zustand und die Entwicklung der
Grafschafter Fließgewässer nach der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie,
kurz WRRL.
Die vor vier Jahren verabschiedete und seit Juni 2002 auch für alle
Gewässer in Deutschland gültige Richtlinie hat das Ziel, die
Qualität des Grundwassers und der Oberflächengewässer zu
verbessern. Die Richtlinie beschäftigt nicht nur die Wasserbehörden,
sondern auch immer mehr Verbände und Interessenvertreter, da sie
nach Mitteilung des BUND wichtige Veränderungen in unserer Gewässerlandschaft
beinhaltet. Als wichtigste Neuerung sieht sie die "flusseinzugsbezogene
Bewirtschaftung" vor. Das heißt beispielsweise, dass die Vechte
nicht nur Landkreis oder Bundesländer übergreifend untersucht
und verbessert werden muss, sondern gemeinsam mit den Niederlanden.
Der Zustand der Gewässer wird etwa an den Lebensansprüchen von
Fischen und Wasserpflanzen gemessen. Wenn sich also in einem natürlichen
Gewässer der Hecht wohlfühlt, weil er genügend Nahrung
findet, sich verstecken kann und im Frühjahr überschwemmte Wiesen
findet, um abzulaichen, kann der gute Zustand testiert werden. Bis zum
Jahr 2015 haben die EU-Staaten Zeit, dieses Ziel zu erreichen. Geld für
Strukturverbesserungen an den Gewässern stellt die EU nicht bereit.
Bei der Erreichung der Ziele schreibt sie im Übrigen die öffentliche
Beteiligung vor. Die Landesregierung bildet deshalb Arbeitsforen oder
Runde Tische, die mit Vertretern der "maßgeblichen Akteure"
besetzt werden sollen.

An der Vechte
in Neerlage (von rechts): Gundula von Herz und Rebecca Bohn vom Landkreis,
Martin Windhaus und Michael Reiners von der Bezirksregierung, Gerd Wach
vom BUND-Landesverband, Walter Oppel von der Bund-Kreisgruppe und Martin
Gaebel vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft
und Küstenschutz, kurz NLWK, in Meppen. FOTO: DOBBE
Beim
Ortstermin in der Obergrafschaft stand die Vechte im Mittelpunkt der Betrachtungen.
An unterschiedlichen Stellen des Obergrafschafter Vechtetals wurden Maßnahmen
zur langfristigen Verbesserung der Wasserqualität und der Vechte
als Lebensraum für Pflanzen und Tiere diskutiert. Dabei ging es gleichzeitig
um mögliche Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung der
Vechteaue, unter anderem als Rückhaltefläche für Wasser
(Retentionsfläche). Die vor allem in diesem Bereich der Vechteaue
praktizierte Bildung von Flächenpools für Ausgleichsmaßnahmen
bei Eingriffen in Natur und Landschaft durch die Städte Nordhorn
und Schüttorf, den Landkreis und die Naturschutzstiftung wurde vor
allen Gesprächsteilnehmern positiv hervorgehoben.
Zur Sprache kam in dem Zusammenhang auch die Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung
(AEP). Sie sei ein Instrument der Kommunikation zwischen Landwirten, Wasser-
und Naturschutzbehörden sowie Naturschutzverbänden und könne
auch im Sinne der neuen EU-Richtlinie künftige Entwicklungsschritte
für die Vechte und ihre Aue abstecken.
Nach Mitteilung der BUND-Kreisgruppe hat der Gedankenaustausch in der
Obergrafschaft deutlich gemacht: "Die Fließgewässer in
der Grafschaft können nur im Dialog mit allen Interessenvertretern
im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie entwickelt werden."
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