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GN-Artikel vom
06.03.2009
Neuer Lebensraum für Vögel und Nager
Realschüler aus Bad Bentheim pflanzten in
Georgsdorf eine Hecke
Von Gerold Meppelink - Georgsdorf. „Es ist ganz
einfach“, erklärt der zwölfjährige Hannes: „Mit dem Pflanzspaten ein Loch
graben, den Baum oder Strauch hineinstecken, gerade halten, Erde darauf und
mit den Stiefeln feststampfen. Fertig.“ Hannes geht in die siebte Klasse der
Realschule Bad Bentheim und macht mit beim Arbeitskreis Naturschutz. An
diesem Freitagnachmittag ist er mit 28 weiteren Jugendlichen seiner Schule
zu einem Arbeitseinsatz in der Nähe von Georgsdorf unterwegs, um zwei
Gehölzstreifen in einer Länge von 300 Metern zu pflanzen.

Insgesamt müssen die Schüler 700 Bäume und Sträucher in die Erde stecken.
Trotz des nasskalten Wetters sind sie mit großem Eifer bei der Sache.
„Eigentlich hätten noch mehr mitmachen wollen, aber da wir mit den drei
Bullis nur begrenzte Transportmöglichkeiten haben, mussten wir auslosen, wer
mitdarf“, erklärt ihr Lehrer Walter Oppel, der an seiner Schule den
Arbeitskreis Naturschutz leitet.
Immer am Freitagnachmittag kommen die Schüler eines Jahrgangs zusammen, um
etwas über die Natur zu lernen oder für sie zu tun. Sie machen das
vollkommen freiwillig; einige sind schon seit Jahren dabei, „weil es einfach
Spaß macht, in der Natur zu sein, mit Tieren zu tun zu haben und die Umwelt
zu schützen“, erklären Marius und Kevin, die beide in die siebte Klasse
gehen.
Sie Schüler erzählen, was sie alles schon gemacht haben: Nistkästen bauen
und aufhängen, einen Unterschlupf für Insekten anlegen, Vögel zählen, im
Wald spazieren gehen, die Pflanzen und Tiere kennen lernen oder auch bei
Bäumen einen Bissschutz anlegen. „Manchmal müssen aber auch Bäume
rausgerissen werden, wenn sie nicht zu der Umwelt passen oder die anderen
Pflanzen unterdrücken“, weiß der 14-jährige Sascha.
Einmal im Jahr führt der Arbeitskreis eine größere Aktion durch. 2008 legten
die Jugendlichen eine Wallhecke an, davor haben sie schon eine
Streuobstwiese gepflanzt und ein Gewässer gepflegt, indem sie die Ufer
freilegten und ein Steilufer bauten.
In diesem Jahr haben sich die Kinder den Gehölzstreifen in Georgsdorf
vorgenommen. Sie wissen, dass nur einheimische Pflanzen in Frage kommen,
denn nur sie bieten einen angemessenen Lebensraum für eine Vielzahl von
Vögeln und Wildtieren. Die Pflanzen geben den Tieren Schutz, und die Früchte
werden gerne von Vögeln und Mäusen gefressen. Aber auch für die Menschen
sind die Gehölzstreifen nützlich. Sie können Verwehungen auf den Feldern
verhindern, schützen das Vieh vor Wind und Wetter und sorgen dafür, dass die
Felder in heißen Perioden nicht so schnell austrocknen.

Die Bentheimer Schüler führen die Pflanzaktion gemeinsam mit dem BUND und
der Naturschutzstiftung des Landkreises durch, der auch das Grundstück
gehört. Die Maßnahme dient als Ausgleich für ein Baugebiet in der Stadt
Neuenhaus. Die Kinder sorgen mit ihrem freiwilligen Einsatz dafür, dass jede
Menge Kosten gespart werden. Als am späten Nachmittag alle Bäume und
Sträucher gepflanzt sind, knurrt den Jungen und Mädchen der Magen, denn sie
sind ohne ein Mittagessen gleich nach Schulschluss um 12.30 Uhr losgefahren.
Zum Glück gibt es zur Belohnung belegte Brötchen und Erfrischungsgetränke.
Im nächsten Jahr wollen alle noch einmal vorbeikommen, um zu schauen, wie
sich ihre Hecke entwickelt hat.
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