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Besuch niederländischer Naturschützer an der Vechte Auf Einladung der Kreisgruppe des BUND kamen vor einigen
Tagen bereits zum zweiten Male innerhalb der vergangenen drei Jahre Vertreter
des LIFE-Projektes aus Deventer, der Overijssels Landschap, der Natuurmonumenten
sowie des Staatsbosbeheer der Provinz Overijssel. in die Obergrafschaft,
um sich über die Situation der Vechte und ihrer Aue sowie über
die Fortschritte bei den Bemühungen um das Fließgewässer
und sein Überschwemmungsgebiet informieren zu lassen. Walter Oppel, Vorsitzender der BUND-Kreisgruppe, erläuterte
den Gästen zunächst anhand von Karten und Bildern das 1998 von
der Kreisgruppe verfasste „Entwicklungskonzept Vechteaue",
in dem der BUND seine Vorstellungen zur künftigen Gestaltung des
Flusses sowie seiner Aue am Beispiel eines ausgewählten Abschnittes
in der Obergrafschaft darlegt und das er in enger Zusammenarbeit mit dem
Landkreis, der Naturschutzstiftung sowie den Städten Nordhorn und
Schüttorf mosaiksteinartig umzusetzen versucht. In diesem
Zusammenhang ging es ei dem Gedankenaustausch um den Zustand und die Entwicklung
der Grafschafter, aber auch niederländischer Fließgewässer
allgemein.
Anschließend wurde von den deutschen und niederländischen Naturschützern in Quendorf eine Fläche in der Vechteaue in Augenschein genommen, die vor einigen Jahren als Kompensationsfläche von der Samtgemeinde Schüttorf im Konsens mit der Landwirtschaft aufgekauft und einer extensiven Grünlandbewirtschaftung zugeführt wurde. Auf dieser Fläche wurden fünf Blänken angelegt: Flachwassermulden, die zeitweise mit Niederschlags- oder Grundwasser gefüllt sind. Durch die Anlage der Blänken und eine extensive Bewirtschaftung der angrenzenden Grünländereien wurden Lebensräume für an den Lebensraum Wasser gebundene Pflanzen, wirbellose Tiere und Watvögel geschaffen. Erste Bruterfolge von Kiebitzen und Austernfischern in diesen Flächen konnte der BUND bereits nachweisen. Als Pflegemaßnahmen kommen auf den Wiesen in Quendorf daher neben einer extensiven Beweidung mit höchstens zwei Rindern pro Hektar nur eine ein- bis zweimalige Mahd pro Jahr in Betracht, die nach Absprache zwischen Landwirten, der Stadt und dem BUND flexibel gehandhabt wird. Ansonsten lässt man der Natur hier freien Lauf. Um bei den Bürgern die Akzeptanz der Landschaftsgestaltungs-
und pflegemaßnahmen zu fördern, ist es wichtig, die Bürger
über die schützenswerte Landschaft aufzuklären, liegen
doch die Flächen unweit der für Radfahrer interessanten Vechtetalroute.
Es ist daher an dieser Stelle geplant, eine für Radfahrer geeignete
Zuwegung zu den Flächen herzustellen. Ein Holzsteg mit einer Aussichtsplattform
soll Interessierten die Möglichkeit bieten, Flora und Fauna näher
zu beobachten. Eine von der BUND-Kreisgruppe entwickelte Informationstafel
soll Hinweise über die typische Feuchtwiesenlandschaft geben. Ein Gegenbesuch von Vertretern des BUND sowie der unteren Naturschutzbehörde und der unteren Wasserbehörde des Landkreises an den niederländischen Teil der Vechte, an dem auch unterschiedliche Maßnahmen zur Retention und zum Natur- und Landschaftsschutz umgesetzt oder geplant sind, soll schon im Herbst dieses Jahres erfolgen. |