Während
die letzten Froschkönige der Grafschaft Bentheim in ihren winterlichen
Verstecken auf den Frühling warten, bereiteten 12 ehrenamtliche Mitarbeiter
der Kreisgruppen des NABU, der NABU-Naturschutzstation Münsterland
und des BUND in einer länderübergreifenden Gemeinschaftsaktion
dem Laubfrosch die Kinderstube:
Eines der
beiden letzten von noch Anfang der 1990er Jahre etwa 15 Laichgewässern
in der Bentheimer Bauernschaft Sieringhoek musste dringend von den die
flachen Uferbereiche beschattenden Erlen und Weiden frei geschnitten werden.
Während der letzten Laichperiode von April bis Mitte Juni waren nur
noch maximal 5 der an warmen Abenden durch ihr weithin hörbares "epp,
epp, epp" auf sich aufmerksam machenden Laubfroschmännchen zu
vernehmen.

Arbeitseinsatz für
den Laubfrosch
Vor einigen Jahren waren es an dem Gewässer sogar noch bis zu 100
gewesen, die zeigten, dass sie sich im Sieringhoek wohlfühlten.
Doch NABU und BUND setzen nicht nur auf die Optimierung des wertvollen
Feuchtbiotops. In Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde
des Landkreises Grafschaft Bentheim soll sich in der noch grünland-
und heckenreichen Landschaft künftig
wieder eine vor dem Aussterben bewahrte Population der bundesweit stark
gefährdeten Laubfrösche entwickeln.
Mit großem Interesse werden die Aktivitäten in Sachen Laubfroschschutz
in der
Grafschaft Bentheim auch von nordrheinwestfälischer Seite verfolgt:
Denn die
niedersächsischen Frösche werden für nordrheinwestfälische
Biotope benötigt.
Seit Jahren betreibt der NABU dort gemeinsam mit zahlreichen Kooperationspartnern
das sehr erfolgreiches Artenschutzprojekt "Ein König sucht sein
Reich!“
In dem mit
Förderung durch das Land NRW von der NABU-Naturschutzstation
Münsterland koordinierten Projekt wird daran gearbeitet, innerhalb
von 15 Jahren ein
funktionierendes Biotopverbundsystem für den Laubfrosch im ganzen
Münsterland
zu entwickeln, das bundesweit einen der wenigen Verbreitungsschwerpunkte
der
stark gefährdeten Art darstellt.
Die Laubfroschpopulation im Sieringhook spielt in diesem Schutzkonzept
eine wichtige, länderübergreifende Rolle:
Einen Schwerpunkt der Schutzbemühungen bildete in den letzten Jahren
auch die Ochtruper Bauernschaft Oster, wo wertvolle Feuchtwiesen geschaffen
und mit Kleingewässern und Blänken ausgestattet wurden. Wieder
einwandern können die Fröschkönige in ihr angestammtes
Reich dort allerdings nur noch aus dem Sieringhoek. Aber erst wenn es
den Laubfröschen dort wieder besser geht, ist damit zu rechnen, dass
sie die 3 km bis in das westfälische "Laubfroschparadies"
überbrücken und zum Erhalt ihrer Art beitragen
können.