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GN-Artikel
vom 11.06.2004
Im
Hochmoor Ringe zeigen Schutzmaßnahmen die ersten Erfolge
Tiere und Pflanzen nehmen das Moor wieder in Besitz

E. Krum und
J. Reimers von der Unteren Naturschutzbehörde, H. Schrap und P. Uphaus
von der Naturschutzstiftung des Landkreises, Tierparkleiter T. Berling,
H. Winter und H.-J. Grobelny von der Sparkassenstiftung sowie W. Oppel
(von links) vom BUND an einer Blänke im Hochmoor Ringe (Foto: Klause)
von Daniel
Klause
Bei einem Spaziergang über die renaturierten
Flächen machten sich Hubert Winter und Hans-Jürgen Grobelny
von der Sparkassenstiftung einen Eindruck davon, wie ihre Spenden angelegt
sind. Vertreter der mit dem Moor betrauten Behörden und Organisationen
erläuterten ihnen die Ziele der Renaturierungsmaßnahmen.
RINGE –
Nur langsam legt sich der von den Autoreifen aufgewirbelte Staub. Die
aus dem Boden aufsteigende Hitze spiegelt die Luft. Ein Reh ergreift mit
großen Sprüngen die Flucht und entschwindet in die dicht stehenden
Binsenbüschel. Fast lautlos bewegt sich die Besuchergruppe über
den Torfboden, der jedes Geräusche verschluckt. Abgeholzte Birkenstämme
vermodern am Ufer tiefer Löcher, aus denen die Bauern der Umgebung
einst den Torf zum Heizen holten, oder am Ufer künstlich angelegte
Teiche. In regelmäßigen Abständen öffnen sich tiefe
dunkle Spalten im schwankenden Grund, die die Siedler vor Jahrzehnten
in den Torf schnitten, um das Hochmoor auszutrocknen und urbar zu machen.
Trotz der tiefen Wunden, die der Mensch dem Hochmoor über Jahrzehnte
zugefügt hat, ist das Hochmoor in Ringe im Vergleich zu den direkt
angrenzenden Flächen im Emsland noch glimpflich davon gekommen. "Während
im Emsland der Torf mit Maschinen abgebaut wurde, gab es in der Grafschaft
in großen Bereichen nur Handtorfstich", erklärt Ekkehard
Krum. Der Mitarbeiter der Untere Naturschutzbehörde beim Landkreis
führt die Maßnahmen zur Wiedervernässung seit drei Jahren
durch.
Daneben hat die Naturschutzstiftung des Landkreises Teilbereiche des Moors
in ihrer Verantwortung. Die Stiftung versorgt Kommunen mit Flächen,
mit denen sie den Landschaftsverbrauch für Baugebiete und Straßen
ausgleichen können. Rund 14 der 145 Hektar stehen unter Federführung
der Stiftung. Für etwa 13,5 Hektar haben die Naturschutzverbände
die Verantwortung übernommen, unter Federführung des Bunds für
Umwelt- und Naturschutz (BUND). Der größte Teil der Flächen
befindet sich unter der Regie der staatlichen Moorverwaltung Weser-Ems,
die für den Rückbau der Gräben auf den insgesamt rund 110
Hektar landeseigenen Parzellen zuständig ist.
Die von Menschen bis Anfang der 70er Jahre im großen Stil angelebten
Gräben sind die größten Feinde des Hochmoors. Die Absenkung
des Wasserspiegels veränderte die Vegetation. Die Schutzmaßnahmen
umfassen daher heute zwei Bereiche: Das Anlegen von Blänken, kleinen
aufgestauten Teichen, und das Zuschütten der Gräben, sowie die
Abholzung von Gehölzen, vor allem von Birken.
Bei der Wiedervernässung spielte die Sparkassenstiftung eine große
Rolle. Mit ihrem Geld konnten eine noch im Privatbesitz befindliche Flächen
am Rand des Moors gekauft werden, die zum Stauen der Niederschläge
wichtig sind. Ein Wall verhindert, dass das Regenwasser in die abgetorften
Flächen im Emsland fließt. Die Abholzung haben die Naturschutzverbände
und der Tierpark Nordhorn ehrenamtlich übernommen. "Beim Hochmoor
Ringe handelt es sich nicht nur um ein Natur- sondern um ein Kulturprojekt",
meint BUND-Kreisvorsitzender Walter Oppel. Mit den Schutzmaßnahmen
werde ein Stück typische Natur erhalten, die bei der Entwicklung
der Kultur in der Region eine wichtige Rolle gespielt habe, so Oppel.
Tiere und Pflanzen haben inzwischen begonnen, die Flächen wieder
in Besitz zu nehmen. Fleisch fressende Pflanzen warten auf unvorsichtige
Insekten. Schwarz- und Braunkelchen, Neuntöter, Ziegenmelker, Bekassinen
und Baumfalken finden sich langsam wieder in ihrer ursprünglichen
Lebenswelt ein. Fehlen nur noch die Uferschnepfe und der Große Brachvogel.
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