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GN-Artikel
vom 23.08.2005
Landwehrgraben wird gepflegt
Projekt
"Naturschutz und Wasserwirtschaft vereinbar"
schüttorf/hd
– Der Landwehrgraben in Schüttorf weist in seinem oberen Abschnitt
noch einen größtenteils naturnahen Gewässerverlauf auf.
Der gewundene und teilweise mäandrierende Verlauf und die relativ
gute Wasserqualität lassen den Graben als schützenswert einstufen.
Noch vorhandene Steilufer bieten Nistmöglichkeiten under anderem
für den Eisvogel.
Die Kreisgruppe des BUND hat vor einiger Zeit von der Stadt Schüttorf
die Patenschaft für diesen Gewässerabschnitt, in dessen unmittelbarer
Nähe das Baugebiet "Krähenfurt" entsteht, erhalten,
um durch konstruktive Mitarbeit am Erhalt und an der Optimierung dieses
wertvollen Lebensraumes mitzuwirken.

Als erste
Maßnahme entstand ein naturnaher Uferrandstreifen, der sich in einer
Breite von mehreren Metern entlang des Gewässers erstreckt und auf
einer Länge von rund 300 Metern mit standorttypischen Gehölzen
bepflanzt wurde. Dadurch entstand am Fließgewässer ein wirksamer
Puffer zwischen dem Gewässer und dem neu entstehenden Baugebiet.
Randstreifen dieser Art erlauben dem Gewässer eine größere
eigendynamische Entwicklung und Bettgestaltung, so dass häufig schon
auf diese Weise eine Sukzession zum naturnahen Gewässerbiotop eintritt.
Auf Initiative des BUND wurde mit Unterstützung des Unterhaltungsverbandes
der Landwehrgraben nun in seinem unteren - bisher schnurgerade verlaufenden
- Abschnitt in einer Länge von etwa 100 Metern streckenweise verlegt
und durch Ausweitungen, die Anlage von unterschiedlich tierfen Kölken
und Steilufern sowie Überschwemmungsflächen ökölogisch
verbessert. Der ausgeweitete Graben soll so als Laichgewässer und
Refugium für die aquatische Fauna bei Niedrigwasserstand dienen.
Die vorgenommenen Maßnahmen ermöglichen zudem die weitere Ausdehnung
von Röhrricht- und Schilfzonen, der Heimat von beim Beispiel Rohrsängern
und Rohrammern.
Bei einem Ortstermin überzeugten sich Walter Oppel und Rudolf Nibbrig
vom BUND sowie Geschäftsführer Gerd Balder vom Unterhaltungs-
und Landschaftspflegeverband 114 Vechte von den ausgeführten Arbeiten.
Nach Meinung von Balder zeigt die Maßnahme, dass Naturschutz und
Wasserwirtschaft durchaus zu gemeinsamen Aktionen fähig sind. Dies
wird nach seiner Meinung auch im Hinblick auf die EU-Wasserrahmenrichtlinie
notwendig sein, wenn man – gemeinsam mit der Landwirtschaft und
den Kommunen – bei den jetzt aufzustellenden Bewirtschaftungsplänen
zu einvernehmlichen Vorschlägen aus der Region kommen will.
Im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Gewässerabschnittes appelliert
der BUND an die Bevölkerung, diese Anlage nicht durch unachtsam weggeworfenen
Müll zu verschmutzen, sondern auch behutsam und mit dem nötigen
Respekt der Natur zu begegnen, damit sich hier ein für Tiere und
Pflanzen naturnahes Gewässerbiotop bilden kann. Zudem sollten entlang
dieses Gewässers bei Spaziergängen Hunde angeleint bleiben,
um Störungen insbesondere während der Brutzeit zu vermeiden.
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